Archiv für den Monat August 2018

Abschied

Mein Körper ist müde vom halten, einfach loslassen ist eben nicht einfach

Nur durch dich bin ich jetzt frei das Thema zu erlösen, von dem ich zuvor nicht lassen wollte. Du warst das Los und auch das Lassen in meinem Leben. Danke                  

Irina Rauthmann

Immer wieder nehmen wir Abschied von Dingen die uns lieb geworden und oft sind diese Prozesse anspruchsvoll und schwierig. Der Kopf sagt, lass einfach los aber das Herz weint laut und heftig. Es lässt sich nicht über Vernunftargumente beruhigen. Gutgemeinte Worte, oder Phrasen helfen wenig.
Du musst nicht traurig sein. Aber ich bin es.
Du musst nicht weinen, ja das stimmt, ich muss nicht aber es weint in mir.
Ein tiefer langer Graben von Schmerz sucht sich einen Weg nach aussen. Bei mir in Form von Tränen, manchmal nicht Enden wollend. Er spricht eine eigene Sprache, hat einen ihm eigenen Rhythmus und braucht Raum, Stille, Zeit und Anteilnahme auch von Aussen. Durch nichts lässt sich dieser Prozess beschleunigen. Er ist.
Somit wird allmählich erträglicher was schmerzt, unfassbar ist, blutet und kaum zu ertragen ist. Der stille Schrei wird leiser und verstummt irgendwann. Alles auflehnen, alles bewirken wollen und nicht können macht in gewisser Weise ohnmächtig, krank, manchmal aggressiv.
Jegliches sich einsetzen für die Werte, die menschlichen Werte wurde nicht gehört. Stummes schweigen. Es bleiben viele Fragen, unbeantwortet, im Raum stehen, Ungewissheit in sich tragend. Und immer wieder schleicht sich ein Gefühl von tiefer Beklemmung an. Wo wird das enden? Wie wird das enden? Ich weiss es nicht und beschäftigt mich. Das Ungewisse nagt noch und doch wird es weniger.
Erste Erkenntnisse ergeben Sinnhaftigkeit, Klarheit und Gewissheit. Somit warst du in allen Facetten das Los und das Lassen in meinem Leben. Ein uraltes Thema findet Erlösung. Entwicklung geschieht. Ansatzweise spüre ich Dankbarkeit trotz des grossen Schmerz, der noch überwiegt.

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verlorener Zwilling

Das Drama im Mutterlaib

auf vielfältige Weise zeigt sich in den letzten Wochen das Thema des verlorenen Zwilling

  • mir fehlt etwas
  • auf der Suche nach Symbiose
  • ich schaffe es nicht (alleine)
  • dieser Platz ist bereits besetzt
  • stille Sehnsucht
  • tiefe Verzweiflung
  • Einsamkeit
  • grosse Verlustängste
  • Orientierungslosigkeit
  • diffuse Ängste
  • Existenzängste
  • Todessehnsucht
  • Schuldgefühle
  • unfähig sich auf Beziehungen einzulassen
  • sich vom Leben abschneiden
  • völliger Rückzug
  • Ausweglosigkeit
  • tiefe Trauer
  • für zwei arbeiten
  • Schreckhaftigkeit
  • panische Ängste

Betroffen von der Thematik sind relativ viele Menschen, da man laut Forschungen von einer Zahl zwischen 30 und 70 % ausgeht. Für den überlebenden Zwilling sind die Folgen oft dramatisch und hindern den Lebensfluss. Man kommt nicht auf Touren, ist unzufrieden und unbewusst auf der Suche nach etwas.

Erleichternd wirkt es sich bereits aus, wenn das Thema zugelassen werden kann und dadurch Bewusstheit entsteht. Um aus dem Drama aussteigen zu können braucht es eine vertiefte Beschäftigung damit.

Welche Spuren hat es im Körper hinterlassen.
Was zeigt sich im Körper.
Welche Gefühle möchten Ausdruck finden.
Wie reagiert das Nervensystem.
Was und wie darf etwas in dir zur Ruhe kommen.